Die heutigen Pecher verwenden die historischen Werkzeuge. Sie beabeiten damit die Schwarzföhren möglichst schonend und nach traditionellen Methoden.

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Die wichtigsten Werkzeuge: v.l.n.r.:
der Rindler, der Dechsel (Zunftzeichen der Pecher)
und das Einstemmeisen

In der Winterzeit ruhen die Bäume.
Diese Zeit wird von den Pechern für
die Herstellung der Leitscharten genutzt.

 

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Mit dem Schartenhobel werden die Leitscharten von einem ausgewählten astfreien Stück Holz heruntergehobelt.

Diese Leitscharten werden später keilförmig
in die Bäume eingesteckt,
um das Harz ins Pechhäferl zu leiten.
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Sobald die Temperatur im Frühjahr steigt, sind gehen die Bäume in Saft.
Dann wird ein Teil der Rinde entfernt und mit der Hacke oder dem Dechsel eine V-förmige Kerbe die Lass,
eingeschlagen und die Leitscharten eingesetzt.
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  Darunter wird mit dem Einstemmeisen ein Schnabel eingestemmt.

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Unter dem Schnabel wird im richtigen Abstand der Pechnagel eingeschlagen.
Dazwischen klemmt der Pecher das Pechhäferl ein, mit dem das  Harz eingefangen wird.

Mit einem speziellen "Hobel"
wird 
die freigelegte Fläche
mindestens einmal pro Woche
um ein paar Zentimeter eweitert.

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Schon Minuten nach dem Hobeln
beginnt der Baum zu harzen.

Die eingesetzen Scharten leiten das herabfließende Harz in das Pechhäferl
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Als Material für das Pechhäferl wurden früher Blech, Mineralfaser und hauptsächlich Ton, später dann leichter zu leerendes Glas
verwendet.

Weil diese Pechhäferl nicht mehr hergestellt werden, kommen auch hier alte Bestände zum Einsatz -
genau wie bei den Werkzeugen.

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Damit der Harzfluß nicht versiegt, wird meist einmal pro Woche mit dem Hobel oder dem Dechsel
ein weiterer Streifen von der Rinde befreit. So wird jedes Jahr eine Fläche von 30 bis 60 Zentimeter freigelegt.
Das Pechhäferl wird jährlich höher gesetzt.
Anhand der eingeschlagenen Schnäbel kann man am Baum ablesen, wieviele Jahre er gepecht wurde.

Die bearbeitbare Höhe ergibt sich aus der Länge der Leiter, die der Pecher früher meist im Laufen von Baum zu Baum mittragen musste. Die Leiter hat sich jeder Pecher selbst angefertigt. Sie musste besonders leicht konstruiert sein.

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Wenn das Pech reichlich geflossen ist, wird das Pechhäferl
ausgeleert. Bis zu einem Kilogramm Harz können sich in
einem Pechhäferl ansammeln. Abhängig von der Witterung,
Temperatur und Feuchtigkeit, aber auch von der Lage und
Bodenbeschaffenheit füllt sich das Häferl drei bis viermal in
der Saison.

Früher wurde das Harz zuerst in eine Holzbutte,
das sogenannte Pechbittel, geleert und
das Häferl mit dem Pechlöffel sauber aus-
geputzt, damit das Pech nicht im Häferl hart wird.

Beim "Pechausfassen", wie es in Pecherkreisen hieß,
half oft 
die ganze Familie mit.

Die klebrigen Hände hat der Pecher zuhause mit 
Sodapulver und Terpentin gereinigt; im Wald wurde
das flüssige Pech an der Baumrinde abgewischt.

Der Inhalt des Pittels wurde früher in ein Fass geleert, das großteils im
Waldboden vergraben war, damit das Holz nicht austrocknet
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Aus dem Pittel wurde das Harz in das Pechfass geleert. Wenn das Fass voll war,
musste es früher mühsam mit Pferdewagen in die nächste Pechsiederei und ab
1914 in das Harzwerk gebracht werden.

 

 

Später, in den 1950er-Jahren, wurden 
die Pferdewagen von Traktoren und dann die Holzfässer von amerikanischen
Blechfässern abgelöst.
 

Heute wird die Pecherei nur mehr im kleinen Stil betrieben,
sodass die Fässer als Zwischenlager genauso ausgedient
haben, wie die Pecherhütten.
Es gibt sie nur mehr in Museen und zB am
Pecherlehrpfad in Hernstein zu sehen.

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Die Pecher verwenden eine spezielle Schürze, die sie auf einer Seite eng um den Baum befestigen, um das Scherrpech einzusammeln.

Das Scherrpechfiata wird am Baum befestigt. 

Am Pechbaum, genauer: auf der Lachte (das ist die von der Rinde befreite Holzfläche), bleibt im Laufe des Jahres eine Harzschicht zurück die im Licht austrocknet und verhärtet.


Die Lachte abscharren ist in der Pechersaison die letzte Tätigkeit an den Bäumen.
p17 Dieses Harz, das Scherrpech, enthält auch Holzanteile und wird zum Beispiel zum Räuchern verwendet.

Als Schutz und Zuflucht bei Gewittern

errichteten die Pecher mitten im Wald

einfache kleine Pecherhütten.

Innen dienten zwei gehobelte Bretter

entlang der Wände als Sitzbank und

ein paar Pechernägel als

Kleiderhaken.

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Gutes Schuhwerk war wichtig, wenn der Pecher eine Saison lang - tagein,
tagaus und 
bei jedem Wetter - im Wald unterwegs war.

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Im Rucksack hat der Pecher sein Werkzeug, seine Jause und eine Trinkflasche
(oft mit kaltem Kaffee) für den Tag mitgenommen.
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Mit deftigem Essen holten sich die Pecher die nötige Energie für die mühsame und kraftraubende Arbeit - zum Beispiel mit dem traditionellen Piestinger Pechersterz.

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Aus dem Harz, dem Holz, den Nadeln und Zapfen (Bockerln) und der Rinde der Schwarzföhren wird eine Vielzahl traditioneller, aber auch neuer,
innovativer Naturprodukte hergestellt.

Viele Produzenten und Anbieter von Dienstleistungen rund um die Pecherei, auch Gemeinden und Museen, sowie sonstige Personen und Institutionen haben sich im Verein "Die KEAföhrenen" zusammengeschlossen, um das von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe erklärte Handwerk der Pecherei und die Traditionen mit zahlreiche Aktivitäten rund um das Thema Schwarzföhre zu pflegen.

 

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