2013 ist das „Pechölbrennen“ in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen worden. Dies war für die KEAföhrenen Grund genug, beim Elzer Dorffest am 3.9. der Elzer Dorfgemeinschaft einen Besuch abzustatten.

„Seit ich vor vielen Jahren von der Tradition des Pechölbrennens in Elz gehört hatte, war es mir ein großes Anliegen, einmal in meinem Leben hierher zu kommen“ eröffnete Ernst Schagl vom Pecherpfad Hölles seine Begrüßung. Nach einem regen Informationsaustausch mit dem Obmann der Elzer Dorfgemeinschaft und Gastgeber Hermann Sandner beim Frühschoppen, fuhr der Pechöl-Express zum nahegelegenen Pechölstein, bei dem die Pechölmeister Friedrich Hackl und Christian Leitner über die traditionsreiche Gewinnung des Pechöls erzählten. Im Anschluss pechte einer der letzten aktiven Pecher aus Waidmannsfeld im Beisein interessierter Besucherinnen und Besucher eine nahegelegene Weißföhre an.

Jedes Jahr wird in Elz nach alter und überlieferter Tradition einen ganzen Tag lang Pechöl gebrannt. Die Pechölsteine sind flache, behauene, runde Granitsteine, die besonders durch eingekerbten Rillen an der Oberfläche auffallen. Harzreiche Föhrenscheiter werden pyramidenförmig aufgeschichtet, mit Fichtenreisig zugedeckt und mit Rasenstücken und einer Erdschicht umkleidet und anschließend angezündet. Einige Stunden später beginnt das Öl zu rinnen und gelangt, durch die Rillen nach außen. Das hochkonzentrierte Öl mit seiner ziehenden Wirkung ist Heilmittel für Mensch und Tier und hilft etwa bei Verstauchungen, Nagel- bzw. Hufverletzungen oder Erkältungen.

Die KEAföhrenen - dies ist ein Zusammenschluss von Betrieben, Institutionen, Gemeinden und interessierten Personen rund um das Thema Schwarzföhre. Gemeinsam bieten sie eine bunte Mischung aus Produkten, Aktivitäten und Informationen zum Thema und wollen das mit der Pecherei verbundene Kulturgut der Öffentlichkeit näherbringen.

Projektträger des aktuellen Projektes „Schwarzföhre 2.0“, das von Bund, Land und der EU gefördert wird, ist die Wienerwald Tourismus GmbH, die Projektbegleitung hat das Regionsbüro der LEADER Region Triestingtal inne. Kooperationspartner sind neben den KEAföhrenen Betrieben die Wr. Alpen Tourismus GmbH, die LEADER-Region NÖ-Süd, die Kleinregion Schneebergland, der NÖ Waldverband sowie die Gemeinden Markt Piesting, Hernstein und Pernitz.

 

Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union
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Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete.

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Pecher Produkte

Kategorie: Holz
Produzent: Anton Weißenberger

zur Dekoration aus der Region

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Wissenwertes

Vorkommen

Die Schwarzföhre wächst in den Mittelmeerländern Südeuropas, Kleinasiens und des westlichen Nordafrikas und kommt auch in Teilen Österreichs vor.

Unterscheidung

Man kann die Art anhand der schwarz gefärbten, verdeckten Teile der Zapfenschuppen leicht von anderen südeuropäischen Kiefernarten unterscheiden.

Verwendung

Wegen ihres hohen Harzgehaltes spielte sie eine wichtige Rolle in der Pecherei. Das Holz wird vielfach genutzt und, da es nicht knarrt, unter anderem zu Bühnenböden verarbeitet.